Bei meinem letzten Besuch der Burgruine Gösting habe ich einen Wegweiser gesehen, der den Weiterweg zur Wallfahrtskirche Maria Straßengel aufzeigte. Da ist die Idee entstanden, diesen Weg – quasi einen kleinen Pilgerweg – auf mich zu nehmen. Perfektes Wetter an einem April-Wochenende zwang mich förmlich, dieses Vorhaben umzusetzen.

Waldbaden und Vogelgesang
Da ich in einem Beruf arbeite, bei dem ich viel mit Menschen und ihren Emotionen zu tun habe, genieße ich am Wochenende meine Ruhe. Dabei bin ich gerne in einem Wald unterwegs, da ich zumindest einen Teil meiner Kindheit nahe einem Wald verbrachte. Mit Wäldern verbinde ich somit positive Kindheitserinnerungen.

Der Weg von Gösting zur Wallfahrtskirche Maria Straßengel führt eben durch einen Wald. Es ist ein Mischwald, der, wenn wir ehrlich sind, wenig Spektakuläres bietet. Ich habe mir auch nichts Spektakuläres erwartet, sondern ich wollte die Stille genießen, was nur zum Teil erfüllt wurde. Ich bin ziemlich früh losgegangen, wodurch die ganze Vogelwelt noch recht aktiv war. Mich hat somit den ganzen Weg entlang ein Vogelgesang begleitet, den ich jedoch als angenehme Lärmbelästigung betrachte. Ich würde es sogar schrecklich finden, wenn ich kein Vogelgezwitscher wahrnehmen würde.
Negativ ist mir eher der Lärm der A9 aufgefallen, die bei Raach nach dem Plabutschtunnel wieder an die Oberfläche kommt.
Unkomplizierter Weg
Ich bin bis zur Endstation in Gösting mit dem Bus gefahren. Dort habe ich mir noch bei der „Café Bäckerei König“ eine Topfengolatsche gekauft. Vielleicht nicht die gesündeste, aber eine schmackhafte Stärkung für den Weg. Und dann fing auch der Aufstieg schon an.
Der Weg zur Wallfahrtskirche Maria Straßengel beginnt direkt bei der Haltestelle. Es ist zuerst ein steiler Anstieg, der auf dem „Ruinenweg“ zur Burgruine Gösting führt. Bis zur Burgruine wird keine halbe Stunde gebraucht. Das ist der anstrengende Part zu Beginn, da es nur hoch geht.
Ab der Burgruine wird der Weg aber für längere Zeit wieder einfacher. Ein leichter Anstieg fängt wieder beim „St. Anna Bründl“ an, der ist aber nicht so steil wie zuvor. Dabei führt der Weg stets durch den Wald – mal ist es ein Forstweg, mal ein Wanderpfad.

Der Weg ist sehr gut ausgeschildert, weswegen ein Verlaufen eigentlich nicht möglich ist. (Gut, auf dem Rückweg habe ich eine falsche Abzweigung genommen, weswegen ich über einen Nebenpfad wieder zum Hauptweg gekommen bin – am Ende war es eine Abkürzung.) Neben dem Weg nach Straßengel sind auch Thal und Plankenwarth als Ziele angeschrieben. Möglich ist somit ein Rundweg: also von Gösting nach Straßengel, von dort nach Plankenwarth und wieder zurück.
Die letzte halbe Stunde bedeutet wieder einmal Abstieg. Dieser findet nicht auf dem Forstweg, sondern auf einem Waldweg statt. Das bedeutet natürlich eine größere Anstrengung für die Oberschenkel und Knie. Wanderstöcke können somit etwas Entlastung bringen.
Wallfahrtskirche Maria Straßengel als Ziel
Der Weg führt beinahe direkt zur Wallfahrtskirche Maria Straßengel, die über der Gemeinde Gratwein-Straßengel thront. Die Ursprünge des Wallfahrtsortes lassen sich dabei bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie lädt somit zu einer Besichtigung und einer erholsamen, vielleicht auch meditativen Selbstbesinnung ein.
Beim Kirchenwirt, im Schatten der Kirche, besteht die Möglichkeit zur Erholung nach der Anstrengung des Weges. Natürlich war ich etwas zu früh, da am Samstag erst ab 10:30 Uhr geöffnet wird. Für mich war das verkraftbar, da ich ja noch meine Topfengolatsche hatte. Und diese hat mir sehr gut geschmeckt!

Aufwand und Dauer
Der Weg ist gut ausgeschildert und somit unkompliziert. Ich würde ihn auch nicht als schwer bezeichnen, obwohl ich Muskelkater bekommen habe. Dies spricht aber eher für meine schlechte Fitness als für den Schwierigkeitsgrad der Route.
Die Endstation Gösting ist jedenfalls vom Jakominiplatz mit dem Bus (40er) erreichbar. Zeitlich sind für einen gemütlichen Weg ca. zwei Stunden einzurechnen. Die Wanderung empfiehlt sich vor allem an sehr sonnigen Tagen, da der Weg vor allem durch den Wald führt. Viele Bänke auf dem Weg bieten dabei Möglichkeiten für eine Rast.
Ich bin den Weg wieder zurückgegangen, aber es besteht natürlich auch die Möglichkeit, mit dem Zug oder dem Bus von Gratwein-Straßengel nach Graz zurückzufahren.

